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Viele Städte legen nach wie vor viel Wert auf den Baumschutz, denn Bäume tragen einen wichtigen Teil zum Stadtbild und –leben bei: Sie verbessern die Luftqualität, verschönern die Umgebung und bieten zahlreichen Tieren und Insekten einen Lebensraum.

Der Baumschutz ist in Deutschland einer der wichtigsten Bestandteile des Naturschutzes. Er ist in der Baumschutzverordnung im Bundesnaturschutzgesetz und in verschiedenen Landesgesetzen verankert. Zweck des Baumschutzes ist es, den Bestand an vorhandenen Bäumen zu erhalten und die damit verbundene Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, um einen ausgewogenen Naturhaushalt zu gewährleisten.

Um Bäume zu schützen, werden besondere Verordnungen festgelegt.

Der Baumschutz ist für Bäume vorgesehen, um deren wichtige Rolle im Naturhaushalt zu erhalten. © Thomas Max Müller / pixelio.de

Welche Bäume sind geschützt?

Grundsätzlich sind Entscheidungen über den Schutz der Bäume Ländersache und werden nur grob durch das Bundesnaturschutzgesetz vorgegeben. Meistens werden jedoch sowohl Nadel- als auch Laubbäume in die Regelungen einbezogen. Meistens wird in den Baumschutzverordnungen jedoch nur Bezug auf Bäume genommen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen: In Berlin sind in der Baumschutzverordnung beispielsweise nur Bäume eingeschlossen, die in einer Höhe von 1,30 Metern einen Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern besitzen. Bäume, die gewerblichen Zwecken dienen oder sich auf Terrassen oder Dachgärten befinden, sind ausgeschlossen. Ebenso gilt die Berliner Baumschutzverordnung nicht für Bäume, für die bereits andere Schutzvorschriften gelten: zum Beispiel Bäume, die als Naturdenkmal gelten oder Teil eines Naturschutzgebietes sind. Die Bestimmungen zum Baumschutz sind von Bundesland zu Bundesland verschieden, ähneln sich in der Regel jedoch in ihren Zielen und Voraussetzungen.

Inhalt der Verordnungen zum Baumschutz

In den Baumschutzverordnungen und Regelungen wird festgelegt, welche Handlungen am Baum verboten sind. Dazu zählen in erster Linie Aktionen, die den Baum beschädigen oder dessen Weiterbestand gefährden: Das Durchtrennen von Baumwurzeln ist hier in der Regel aufgeführt. Grundsätzlich dürfen die Bäume nicht abgeschnitten oder gefällt werden. Außerdem sind Handlungen verboten, die das Absterben eines Baumes zur Folge haben.
Darüber hinaus sind nicht nur Verbote in den Verordnungen festgelegt, sondern auch Maßnahmen, die die Bäume aktiv schützen: So muss der Baum zum Beispiel artgerecht gepflegt und dessen Fortbestand und Gesundheit nach Möglichkeit erhalten werden. Zudem ist das fachgerechte Zuschneiden der Äste natürlich erlaubt, allerdings müssen unerfahrene Privatpersonen in manchen Fällen dulden, dass die Pflege und Instandhaltung des Baumes von einem versierten Gartenbauer vorgenommen wird.

In manchen Fällen kann eine Befreiung eingeholt werden, um einen eigentlich geschützten Baum beispielsweise dennoch fällen zu dürfen. Diese Befreiung kann zum Beispiel eingeholt werden, wenn der Baum Baumaßnahmen weichen muss oder von dem Baum eine Gefahr für den Verkehr oder auf dem Grundstück lebende Personen ausgeht. Auch kranke Bäume können mit einer Befreiung außerhalb des Baumschutzes entfernt werden. Für diese Befreiungen werden für gewöhnlich Gebühren zwischen 100 € und 1.000 € verlangt.

Strafen und Bußen bei Verstößen

Werden die genannten Vorschriften nicht eingehalten, das heißt, wird der Baum mutwillig beschädigt oder nicht ordentlich gepflegt, kann dies zum Beispiel Geldstrafen nach sich ziehen. Diese können je nach Ordnungswidrigkeit bis zu 50.000 € betragen – eine hohe Summe, weshalb sich die Besitzer von Grundstücken, auf denen sich geschützte Bäume befinden, im Voraus intensiv mit den Verordnungen und Bestimmungen ihres jeweiligen Bundeslandes auseinandersetzen sollten. Oft wird bei der unsachgemäßen Beschädigung oder Entfernung eine Ersatzpflanzung angeordnet, für die der Schädigende aufkommen muss. Zugunsten der eigenen Finanzen und natürlich auch im Sinne des Umweltschutzes sollte also auf die mutwillige Beschädigung und das Entfernen des Baumes ohne Erlaubnis verzichtet werden.

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